Kleinfamilie Boettcher legt Samstag Mittag in Berlin ab:
Ziel SY BASTARD im MYCR e.V. Nachdem wir in Rostock bei Sturm 3 Tage am eigenen
Steg eingeweht waren, die BASTARD eine Felix Strandaußendusche mit
demontierbaren 150 Ltr. Zusatzfrischwassertank bekam, segelten wir danach
sehr gut gen Osten.
Darsser
Ort > Neuendorf/Hiddensee > Lohme/Rügen > Sassnitz/Rügen >
Lauterbach/Rügen
Es war eine interessante Erfahrung für die ganze Familie,
wenn der Felix bei 8 Bft. in der Vorschifskoje beim Mittagsschlaf in jeder
Welle 50 cm fliegt...
Zum
Darsser Ort ging es mit Halbwind und 3-4 Bft sehr gut, der Nothafen darf ja nur
einen Tag angelaufen werden, wir verließen ihn kurz vor Umweltvertragsstrafe um
10.55 Uhr (als letzte Yacht und das mit Baby *lach*). Guter Halbwind SE brachte
uns dann aussen um den Dornbusch herum nach Hiddensee. Mit 30 grd Krängung
und 8 kn Fahrt in der Fahrrinne an den vorsichtig motorenden Charteryachten
vorbei lässt massenhaft Glückshormone frei. Vitte kennen wir, also Blinker
links nach Neuendorf. Kaum geblinkt schon bremst dieser blöde Sandboden ab
*Kenner wissen was wir meinen* und rein nach Neuendorf. Uiuiui, hier sind die
Boxen breit, aber nicht wirklich tief! Kleines Hafentheater - eigentlich hätten
wir bei den Hiddensee-Fährpassagieren kassieren sollen, dann rückwärts in die
wohl einzige Box mit ausreichend Wasser unterm Kiel. Fahrrad leihen,
Sonnenuntergänge ala Hiddensee, hier kann man und vor allem Felix schön
verweilen. Alle Neuendorf Restaurants auf Kinderfreundlichkeit testen.
Irgendwann fällt einem aber die Decke, äh Neuendorf auf den Kopf. Ablegen Kurs
Lohme. In der Außenrinne Dornbusch war klar: kleines Vorsegel ist erstens
richtig, ein Reff im Gross wäre noch besser, gesagt getan, zwei Reffs, um es
vorweg zu nehmen wären noch idealer gewesen. Was folgt ist Felix erster
Mittagsschlaf in 35 grd Krängung bei Spitzen von 7 Bft. vor Arkona an der
*rotwerd-es ist uns beiden unangenehm* KREUZ! Die Welle war ich weiss nicht wie
hoch, jedenfalls so gross, dass der Kleine jede von ihnen schlafend (!) mit
einem 50 cm Flug erlebte. Für alle Zeigefinger erhebenden Freunde: der
Wetterdienst hat auf allen Kanälen genau die Hälfte Wind angesagt. Egal, in
Lohme liegt man extrem geborgen, netter Hafenmeister, aber lange Treppe in den
Ort. Steffen radelt 10 km durch das bergige Jasmunder Biosphärenreservat nach
Sassnitz, was im nachhinein Blödsinn war, denn der nächste Schlag brachte uns
mit Schiff genau bis hier her. Wettervorhersage: 3-4 Bft in Wahrheit hatten
wir zuletzt 1 Bft und uns dann für den Dieselwind entschieden. Traumhaft
am Königstuhl vorbei motort. Sassnitz ist gar nicht so schlecht wie
erwartet, aber auch nicht der Knaller für einen ganzen Urlaubstag. Also
ablegen. Nicht ganz ideal ist die Windrichtung SE-SSE, aber 4, max. 5 Bft sind
OK. Soweit die Theorie der Vorhersage des 8.00 Uhr Wetter-Telex. 8 Uhr und 10
Minuten folgt eine Sturmwarnung für das Seegebiet östlich Rügen. Die Meldung
haben wir verpasst. Es ging außerordentlich schnell und schön um das Nord- und
Südperd Richtung Greifswalder Bodden. Die Welle war diesmal aber OK, da Binz,
Sellin und das Mönchgut auf Rügen uns Deckung gaben. Aber der Wind nahm extrem
zu, tat aber scheinheilig nett: in der blöden Greifswalder Bodden Osttief Rinne
um den Thissower Haken nahm er soweit ab, dass wir ausrefften. Es war wie bei
der versteckten KameraJ kaum war das Reff raus,
hackte es los. Diesmal ohne Erbarmen und bis zum bitteren Ende. Der
Greifswalder Bodden hat keine hohe Welle – aber dafür ein so kurzes Hackeding,
dass man nicht aussteuern kann. Krach, rums, krach rums, kurz vor der Insel
Vilm hätte (wir sahen den Hafen schon) das 2. Reff rein gemusst, war uns aber
zu viel Arbeit. Da wir abfallen konnten, nahmen wir die Fock runter und sind
unter Gross mit 9 Kn speed die Fahrrinne entlang geheizt. An allen
Einheimischen vorbei – wir kennen uns ja aus, waren zwar noch nie hier aber
egal *ohgott ohgott ohgott, hat das Ding keine Handbremse?* Ach guck mal, da
neben uns badet ja einer – hä der steht? Super Sonne, Wind bis 19 m/sec. (was
auf meiner Scala 8 Bft. sind, aber ich kann mich auch gerne täuschen:) alles
paletti: Gut, Navigator Trixi wählte eine Einfahrtsvariante für den Stadthafen
von Lauterbach zwischen Strand und einem ungekennzeichneten Steinhaufen. Das
sieht auf der GPS-Tracker-Route recht gewagt aus. Aber im nachhinein lacht man ja über so etwas und ist stolz (eine
einheimische Segelschule hat wenige Stunden später vergessen, dass sie 2 m
Tiefgang hat und konnte daher auf diesem Steinhaufen schon mal vorab das
Anlegemanöver durchdenken) da liegen wir nun. Erst sehr nett aufgenommen am
Chartersteg im Stadthafen, verlegten wir uns nach der Rund Vilm Regatta in den
Im-Jaich Ferienwelt- Yachthafen. Wunderschöne grosse Marina, ordentlich Wasser
unterm Kiel und nette Badebuchten in der Gegend. Hier bleibt die BASTARD nun
einige Woche auf Entdeckungstour liegen.
Unser
Dank gilt Paul, der für Felix eine super starke Vorschiffs-rohr-koje
entwickelte, die besser als jedes Trampolin weich in den Schlaf schaukelt. (die
Eltern sind neidisch, Praxistest erfolgreich bestanden), SamSails Christian
Friedrich, der in Windeseile die Kojenbespannung dafür fertig machte,
Gunnar&Crew, die den BASTARD-Bus auf den Rügendamm brachten, allen
Gastronomen, die abends eine verhungerte Seglerfamilie beköstigten und im
Anschluss Fischstäbchenreste vom Kindersitz kratzen mussten, der Segelschule
Dänholm Süd, die uns einen längeren Liegeplatz ohne zu zögern anboten und
allen, die Verständnis dafür hatten, dass ein Familienboot ohne senile
Frühbettflucht als letztes aus einem Hafen ausläuft und dennoch als erstes im
Zielhafen ankommt :)
TRIXI-STEFFEN-FELIX
Impressionen aus dem Urlaub:
http://mycr.de/bildergalerie/Urlaub2005
Felix an Bord (neu ergänzt):
http://mycr.de/bildergalerie/Felix_onBoard